»Lobe den HERRN, meine Seele«

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
(Psalm 103,2)

Ich gestehe, manchmal ist mir gar nicht danach, Gott zu loben. Manchmal geht etwas schief, klappt etwas nicht, so wie ich es mir gedacht habe oder ich bekomme nicht die Aufmerksamkeit, die ich erwartet habe.

Dann ist er da, der Schmerz, dieser süße Schmerz des Selbstmitleids. Ich bedaure dann alles. Überhaupt auf der Welt zu sein, trocken zu sein, der zu sein, der ich bin und noch vieles andere mehr. In meiner virtuellen Zimmerecke sehe ich mich dann hocken wie ich leide und vor mich hin schmolle.

Doch nach einer Weile höre ich ganz leise und von fern ein paar Töne. Töne im dreiviertel Takt. Sie kommen näher und werden sanft lauter. Bald gesellt sich auch eine Melodie dazu. »Lobe den HERRN, meine Seele«, kann ich vernehmen.

Ich bin dann hin und her gerissen. Verharre ich noch in meinem selbstgewählten Leiden oder setze ich mich auf und schwinge im Takt und tanze?

Bisher habe ich mich immer für das Tanzen entschieden.

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