Was ich nicht will, dass man mir tut …

Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem anderen mit Ehrerbietung zuvor.
(Römer 12,9-10)

Die Aufforderung, jedem mit Ehrerbietung zuvor zu kommen, scheint mir schwer umsetzbar. Denn egal ob nun in einem Selbsthilfemeeting, in der Famile, in der Runde der Freunde und Bekannten oder der Gemeinde, Gruppe von Freunden. Einen sogenannten »Kotzbrocken« gibt es doch überall. Und auch ihm oder ihr soll ich mit Ehrerbietung zuvor kommen? Wirklich schwer vorstellbar.

Selbst wenn wir als Christen und Christinnen alle Menschen lieben sollen, so werden wir wohl kaum in der Lage sein, auch alle zu mögen. Was also tun? Um zumindest der Aufforderung aus dem Römerbrief nachzukommen, hilft vielleicht das alte Sprichwort: »Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.«

Einem »Kotzbrocken« mit Freundlichkeit und Zuvorkommenheit zu begegnen, fällt mir leichter, wenn ich mir vorstelle, wie ich gerne behandelt werden möchte. Und wer weiß, vielleicht trägt ja das eigene Verhalten dazu bei, beim »Kotzbrocken« ganz andere Seiten zum Vorschein zu bringen.

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Selbstzerfleischung

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.
(Jesaja 42,3)

Manchmal habe ich den Eindruck, dass gerade wir cleanen und trockenen Süchtigen eins immer wieder gerne vergessen, nämlich dass wir nicht perfekt sind. Auch wenn das für alle Menschen gilt, so scheint es für uns hin und wieder ein ganz besonderes Drama zu sein, wenn uns etwas einmal nicht gelingt, uns ein Fehler unterläuft oder das Ergebnis einer Arbeit anders aussieht als geplant.

Meist sind wir es dann auch selber, die sich die größten Vorwürfe und Vorhaltungen machen und sich grundsätzlich für unfähig erklären.

Ganz anders sieht uns da Gott. Wie ein guter Vater zeigt er nicht mit den Finger auf unser vermeintliches Versagen, sondern ist stolz darauf wie wir uns bemüht haben. Wenn Gott mich schon so gnädig anschaut, dann sollte es mir doch auch gelingen, die negativen Gedanken beiseite zu lassen, um mit dem Erreichten zufrieden zu sein, beziehungsweise die Kraft zu haben, einen neuen Anlauf zu nehmen.

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Erbarmen

Erbarmt euch derer, die zweifeln.
(Judas 22)

Selber habe ich das Geschenk erhalten, schon sehr lange trocken sein zu dürfen. Doch die Erfahrung in den Selbsthilfemeetings zeigt, dass das leider eher die Ausnahme als die Regel ist. Auch wenn es schmerzt, das ist die Realität.

Wenn ich Frauen und Männer erlebe, die immer wieder rückfällig werden und zur Flasche oder zur Droge greifen, fällt es mir irgendwann richtig schwer, Mitgefühl zu zeigen. »Wieso will er oder sie es nicht endlich begreifen?«, denke ich mir dann und schwinge mich damit auf ein richtig hohes Ross.

»Erbarmt euch derer, die zweifeln«, heißt es im Judas-Brief. Gemeint sind dabei jene, die einer Irrlehre anhängen. Ihnen soll unser Erbarmen gelten und unsere Hilfe für den Weg auf Jesus Christus zu. Ich bemühe mich, das auch auf diejenigen anzuwenden, die rückfällig geworden sind. Ihnen hilft keine Verurteilung oder Ablehnung, sondern nur Erbarmen und Zugewandheit.

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Zeigen, was möglich ist

Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.
(Apostelgeschichte 4,20)

Denken wir noch manchmal an die letzten Tage unserer aktiven Suchtzeit? Erinnern wir uns noch daran, wer oder was uns dazu gebracht hat, mit dem Trinken aufzuhören oder keine Drogen mehr zu konsumieren?

Vielleicht haben ja Worte, von jemandem, der oder die den Absprung schon geschafft hat, ihren Teil dazu beigetragen, dass wir z.B. das erste Glas haben stehen lassen.

Wenn dem so ist, dann hast DU allen Grund dazu, anderen Betroffenen, die noch nicht soweit sind, zu sagen, dass ein Leben ohne Drogen und ohne Alkohol möglich ist. Und wenn dem nicht so war, tue es trotzdem. So wie Christen und Christinnen von Jesus Christus erzählen, und was er schon in ihrem Leben bewirkt hat, erzähle auch DU von der gewonnen Freiheit eines Suchtstoff freien Lebens. Für jemanden, der noch drauf ist, können deine Worte der auslösende Impuls sein, einen neuen Weg zu beschreiten.

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Entscheidungen treffen

Euer Ja sein Ja, euer Nein ein Nein, alles andere stammt vom Bösen.
(Matthäus 5,37)

Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen, gehörte in der Zeit unseres Drogen- und Alkoholkonsums sicher nicht zu unseren Lieblingsbeschäftigungen. Zu den wichtigsten Entscheidungen die wir trafen, zählte für uns wohl meist auch nur, welche Droge wir nehmen, welchen Schnaps wir trinken wollten.

Jetzt in unserem cleanen und trockenen Leben, sieht es meist anders aus. Wir treffen jeden Tag viele Entscheidungen. Das bedeutet auch, dass wir immer wieder aufgezeigt bekommen, dass, wenn wir uns für etwas entscheiden uns gleichzeitig auch gegen etwas anderes entscheiden.
Manchmal fällt uns das leicht, manchmal schwer. Doch wir sollten nicht versuchen, uns davor zu drücken. Dieser Teil gehört einfach zu einem cleanen und trockenen Leben dazu und spiegelt wieder, wie verantwortungsvoll und verlässlich wir mit uns und mit anderen umgehen.

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